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01.08.2018

Alex zeigt euch sein Rad der Saison

geschrieben von

Mit dem Focus O1E haben wir auch in diesem Jahr die Möglichkeit, mit überzeugendem Komfort durch gröbstes Gelände zu pflügen. Die Performance vom Racefully nahm mich schon im letzten Jahr in seinen Bann, so dass ich fortan nie wieder hinten ungefedert sein möchte. Den Verlust eines zweiten Flaschenhalters am Rad muss man hier zwar in Kauf nehmen, was gerade bei langen Trainingseinheiten und Rennen ein Manko ist, jedoch gibt es Lösungen zur Befestigung der Flasche an der Sattelstütze (nicht so schön anzusehen, aber funktioniert) oder eben in der Trikottasche (man merkt sie während der Fahrt überraschend wenig, allerdings wird’s bei einem Sturz auf den Rücken wohl nicht so komod).

 

 

 

Der Aufbau:

 

Rahmen: Focus O1E

Gabel: Fox 32 SC Performance 100mm

Dämpfer: Fox Elite Performance

Die Basis für das Rad ist natürlich der Rahmen mit Federgabel und Dämpfer. Der Rahmen ist unverändert zum Vorjahresmodell, es gibt aus meiner Sicht auch keinen Grund etwas zu verändern.

Gabel und Dämpfer sind im diesjährigen Rad von FOX, wobei ich bislang null eigene Erfahrungen damit gemacht hatte. Mit etwas Hirnschmalz und Youtube bekam ich den echt verbesserungsfähigen Lenkerlockout in den Griff, nun funktioniert dieser absolut tadellos und zuverlässig. Den Lockout für den Dämpfer vom Lenker aus sucht man indes vergebens, was bei mir echtes Stirnrunzeln auslöste. Nach dem Studium der Bedienungsanleitungen im Internet bekam ich die Federperformance überraschend schnell in den Griff, wobei ich die Priorität auf permanentes offenes Fahren lege. Nach Einstellen und Ausprobieren von Luftdruck, Zugstufe und Druckstufe habe ich ein für mich gutes Setup gefunden, welches natürlich erheblich vom Körpergewicht (bei mir zu viel), Gelände (bei mir zu Hause von mild bis ruppig) und Radgeometrie abhängt. Der Dämpfer hat circa 175 PSI Luft, genau lässt es sich von mir mit der vorhandenen Pumpe nicht beziffern. Ein Lenkerlockout wie beim Vorgängermodell wird von mir dennoch bevorzugt.

 

 

Die Federgabel überzeugt mit überragender Sensibilität, die mir von vielen FOX-Nutzern schon angekündigt wurde. Manchmal fühlt es sich sogar nach einem platten Reifen an, derart soft federt die FOX 32 SC ein und aus, Respekt. Den Luftdruck habe ich etwa 10 % weniger als auf der Gabel angegeben eingestellt, so wird der gesamte zur Verfügung stehende Federweg ausgenutzt. Wie oben schon beschrieben, war lediglich der Lockouthebel und dessen Funktion eine Herausforderung, die jedoch zu meistern ist.

 

Laufräder: American Classic WIDE LIGHTNING boost

Reifen: VITTORIA Peyote black 2.1 vorne und Mezcal 2.1 hinten

Dichtmilch: VITTORIA

Pannenschutz: Pepi’s Tire Noodle 29 Race

Wie bekannt, hat die Wahl der Laufräder und Reifen erheblichen Einfluss auf das Fahrverhalten und Gewicht des Rades. Aus dem im Originalzustand vorhandenen DT 1900er Schwergewichten habe ich die bewährten und geliebten American Classic WIDE LIGHTNING gemacht, etwas über 1.540 Gramm für eine 29mm breite Felge (Innenbreite wohlgemerkt) sind absolute Spitzenklasse. Die Laufräder kombiniere ich mit den Reifen unseres Ausrüsters VITTORIA, wobei meine Wahl auf am Vorderrad auf das Modell PEYOTE (eher so intermediate) oder BARZO (hohe Stollen mit hervorragendem Kurvenhalt auf weichen und nassen Böden) fällt und am Hinterrad den MEZCAL mit nahezu durchgehendem Mittelsteg für ruhiges Rollverhalten auf Asphalt und niedrigem Verschleiß. Mir sind die Vittoria mittlerweile regelrecht ans Herz gewachsen, zügig mit Dichtmilch montiert und fertig - kein stundenlanges Schütteln, Umlagern oder Drehen ist nötig. Die Auswahl der Profile ist top, die Gewichte niedrig und die Reifen mit sehr flexibler Karkasse ausgestattet, was einen niedrigen Rollwiderstand im Gelände verspricht, einfach überragend.

Nun zu einem neuen, jedoch für mich entscheidendem Punkt: Die Reifen befülle ich nicht nur mit Luft und Dichtmilch (etwa 70ml, die Vittoria-Reifen sind in allen Versionen sofort dicht und einsatzbereit), sondern zusätzlich ziehe ich neuerdings Pepi’s Tire Noodle ein.

 

 

Der Grund dieser Maßnahme:

1. Durchschlagschutz für die empfindlichen Felgen

2. Niedrigerer Luftdruck bei weiterhin sehr guten Kurveneigenschaften

3.Niedriger Rollwiderstand im Gelände, da Millionen kleiner Unebenheiten vom Fahrer nicht spürbar durch den Reifen gefiltert werden

 

Einen extra Bericht über meine Erfahrungen mit der Reifennudel werde ich nach weiteren Runden posten.

 

Schaltung: SRAM GX EAGLE Twister mit 10-50Z

Kurbel: ROTOR 2.1

Wattmessung: Power2max S-type

Kettenblatt: HOPE 34Z

Nach Jahren mit Shimano Schaltungsgruppen am Rad, habe ich in diesem Jahr 250,- Euro in die Hand genommen und die am Rad befindlichen XT-Parts gegen SRAM’s GX Eagle getauscht. Für vergleichsweise wenig Geld bekommt man hier eine unglaubliche Bandbreite ohne das Gefühl zu haben, dass ein Gang fehlt. Mit dem großen 50er Ritzel kommt man tatsächlich überall einigermaßen locker hoch, wenn nicht wäre Laufen sicher die schnellere Alternative. Vor ein paar Jahren hatte jedoch schlechte Erfahrungen mit der Haltbarkeit der Lager von SRAM gemacht, um diesen vorzubeugen, habe ich alles im Neuzustand zerlegt, mit ordentlichem Fett von RESET gefettet und wieder zusammengesetzt. So sollte dem langen Spaß an der Schaltung nichts im Wege stehen.

 

 

Bremse: SHIMANO XT

Die XT-Bremse von Shimano ist nicht leicht, aber dafür günstig im Belagswechsel, zuverlässig und mit absolut überragendem Druckpunkt. Bislang hatte ich noch keine Bremse an all meinen Rädern, die eine derartige Leistung an den Tag legte. Darum ist und bleibt sie für mich die 1. Wahl.


 

Lenker: PRC HB4 760mm

Sattelstütze: PRC SP2 400mm

Vorbau: BBB 90mm

Sattel: custom made by Fegi

Die Anbauteile für Hand und Hintern unterliegen wie bei den meisten Fahrern den persönlichen Vorlieben und Notwendigkeiten. Niemand fährt gerne auf einem Sattel, der ihm gar nicht passt, niemand wird schneller, besser oder effizienter, wenn er bei der Wahl von Vorbau und Lenker völlig daneben greift – im wahrsten Sinne… Ich habe es schon häufiger mit sogenannten Flatbars probiert, an die ich mich auch gewöhne, wenn ich nur einen solchen Lenker, manchmal auch besser „Stange“ genannt, fahre. Sobald ich allerdings auf einen „Lowriser“ zurückgreife, passt es dort einfach besser, da ist für mich einfach nix zu machen. Auch die Breite des Lenkers ist nicht verkleinerbar, breiter geht dafür immer :-) So kam ich nach einiger Internetrecherche und schon gemachten eigenen Erfahrungen zur Marke Procraft PRC, die der Merida-/Centuriongruppe angehört. Tolle Optik, ausgeklügelte Details und ganz wichtig, vernünftige Preisgestaltung! Letzter Punkt ist bei vielen Herstellern/Parts scheinbar völlig außer Acht gelassen, für mich muss das Preisleistungsverhältnis stimmen.

 


Pedale: BBB

Tacho: SRM PC8

Flaschenhalter: Focus


Das Rad wiegt fix- und fahrfertig knapp unter 11 Kilogramm, was für die Gegenleistung absolut in Ordnung ist. Übertriebener Leichtbau ist hier nicht zu finden, dafür hält das Rad aber auch länger als eine Saison.

 

FOTOS: Alexander Rebs

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